Suchtkrankheiten und der Grad der Behinderung(GdB)
Die Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS) in Hamm nimmt für die Bundesrepublik: ca. 2,5 Mio. Alkoholkranke, ca. 800.000 – 950.000Medikamentenabhängige und etwa 100.000 bis 150.000 Drogenabhängige an(die Dunkelziffern sind jeweils weitaus höher).
Im Arbeitsleben wird der Anteil von alkoholkranken Mitarbeitern auf 5% aller Beschäftigten geschätzt. Weitere 10% der Erwerbstätigen gelten als alkoholgefährdet.
Auch wenn der Begriff “Sucht” gebröuchlich ist, drückt “Abhängigkeit” die Problematik besser aus. Die Abhängigkeit kann durch folgende Kriterien gekennzeichnet sein:
- Starker Wunsch oder Zwang, die jeweilige Substanz zu konsumieren,
- verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums, körperliches Entzugssyndrom,
- zunehmend höhere Dosen sind erforderlich, um die ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichten Wirkungen der Substanz hervorzurufen,
- fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen,
- anhaltender Konsum trotz Nachweises schädlicher Folgen.
Wesentliches Merkmal dieser Abhängigkeit – auch im Sinne einer Krankheit – ist der Kontrollverlust. Das Weitertrinken etwa geschieht automatisch und ist nicht mehr vom Willen gesteuert.
Nach den Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit liegt eine Alkoholkrankheit vor, wenn ein chronischer Alkoholkonsum zu körperlichen und/oder psychischen Schäden geführt hat. Die GdB-Bewertung wird vom Ausmaß
des Organschadens und seiner Folgen (z. B. Leberschaden) und/oder vom Ausmaß der Abhängigkeit und der suchtspezifischen Persönlichkeitsänderung bestimmt.
Informationen zur Medikamentenabhängigkeit
Medikamentengebrauch
Medikamentengebrauch ist der alltägliche Gebrauch von Schmerz-, Schlaf- und Beruhigungsmitteln, der in der Regel vom Arzt verordnet wurde. Diese Form des Tablettengebrauchs muss nicht zwangsläufig in einen Missbrauch münden. Allerdings kann sich eine Niedrig-Dosis-Abhängigkeit schleichend und unbemerkt entwickeln. Bei dieser weithin unbekannten Abhängigkeitsform kann die Medikamentendosis über lange Zeiträume hinweg gleichbleibend gering gehalten werden. Erst ein Absetzen des Arzneimittels und das Einsetzen von Entzugssymptomen zeigt eine Abhängigkeitsentwicklung.
Medikamentenmissbrauch
Missbrauch ist die Form des Medikamentenkonsums, die ohne ärztliche Verordnung und mit hohen Dosen (zum Beispiel Kopfschmerzmittel) verbunden ist. Meist liegt dieser Arzneimitteleinnahme eine Abhängigkeit zugrunde.
Ecstasy und Amphetamine – Die Symptome und Gefahren der Drogen
Sowohl der Konsum von Amphetamin als auch von Ecstasy birgt Gefahren. Die Konsumenten wissen meist nicht, wie rein die Substanz ist oder ob diese mit anderen Drogen vermischt wurde. Somit können die Dauer und Intensität des Rauschs ” und somit auch die Nebenwirkungen” stark variieren. Beide Drogen können den Kreislauf stark belasten und Vergiftungserscheinungen sowie allergische Reaktionen hervorrufen.
Amphetamin
So genannte Amphetaminpsychosen treten meist nach sehr hohen Dosen der Droge auf, können sich vereinzelt aber auch nach geringen Mengen zeigen. Dabei leiden die Betroffenen unter Wutausbrüchen und Aggressionen bis hin zum Verfolgungswahn.
Zudem kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen, welche mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Krampfanfällen, Herzjagen sowie erhöhtem oder erniedrigtem Blutdruck einhergehen.
Folgeerkrankungen durch regelmäßigen Alkoholkonsum
Jedes Jahr sterben in Deutschland ca. 40.000 Menschen direkt oder indirekt an den Folgen erhöhten Alkoholkonsums. Die körperlichen Auswirkungen von Alkoholmissbrauch sind vielfältig, da der Alkohol durch das Blut über den ganzen Körper verteilt wird und in hoher Konzentration Zellschädigungen in fast alle Geweben hervorrufen kann.
Hierbei gilt es zwischen akuten Vergiftungsreaktionen des Körpers (Intoxikationen) und Folgeschäden durch langfristigen Alkoholmissbrauch zu unterscheiden.
Akute Alkohol-Intoxikation (Rausch)
Jeder Mensch verträgt Alkohol anders. Daher kann es vorkommen, dass der eine schon bei zwei Gläsern Wein die volle Wirkung des Alkohols zu spüren bekommt, der andere erst nach Genuss der ganzen
Flasche. Ab etwa 2-3 Promille spricht man von einer Alkoholvergiftung.
Betäubende Jugend – Immer mehr greifen zum Alkohol!
Alkohol ist in der modernen Gesellschaft ein anerkanntes Genussmittel. Mehr noch: Eine Feier ist ohne Bier, Wein und Hochprozentiges kaum vorstellbar, wer leicht angeheitert über die Tanzfläche schwebt oder in Bierlaune zotige Witze erzählt, gilt als lockerer Fetentyp, wer darauf verzichten möchte, hat schnell den Ruf als Spielverderber weg oder wird als prüde und spießig eingestuft.
Geschäftsabschlüsse werden begossen, mit Sekt oder Prosecco natürlich, Geburtstage sowieso, und im Urlaub, an den Wochenenden und zum Feierabend gönnt man sich was Gutes.